Forschungsschwerpunkte:
• Geschichte, Theorie und Ethik der Psychologie und Psychotherapie
• Geschlechterforschung
• Wissens- und Wissenschaftsgeschichte

Forschungsthemen:
• Geschichte der klinischen Psychologie
• Konzepte von Emotionalität und Subjektivität
• Schwangerschaft und Mutterschaft
• Reproduktion und Kontrazeption
• Zeitmodelle und Methoden der Historiografie
• Praktiken der Psychotherapie

Forschungsgruppen:
Culture, Development & Psychology (2004-2008), DRUGS (2009), AG Wissen (2010-2011), Ökonomien der Reproduktion (2012), Concepts of Childhood (2012-2013), Psych-AG (2012-2015), Das Geschlecht der Psyche (im Aufbau)

Projekt:
Eine Naturwissenschaft werden: Zur Geschichte der bundesdeutschen klinischen Psychologie und Psychotherapie (1945 – 2015)
(Arbeitstitel)

Der Zugang der Psychologie zum Feld psychischer Erkrankungen hat sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend verändert. In der Nachkriegszeit ist eine wachsende Orientierung an statistischen Methoden, quantitativen Modellen und experimentell-psychologischen Ansätzen festzustellen. Damit einher geht die zunehmende Positionierung klinisch psychologischer Wissensfelder als Naturwissenschaften und, neuerdings, als Lebenswissenschaften.
Parallel zu dieser Entwicklung lassen sich zwei weitere Transformationen in dem Bereich verzeichnen: Zum einen wurde die Dominanz von Medizin bzw. Psychiatrie bei der Behandlung psychischer Beschwerden teilweise durch die aufstrebende klinische Psychologie in Frage gestellt. Zum anderen verschob sich der Geschlechteranteil in Psychologie und Psychotherapie in diesem Zeitraum. Waren in der Jahrhundertmitte männliche Psychologen noch in der Überzahl, stieg Ende der 1980er der Anteil der weiblichen Psychologiestudierenden auf über die Hälfte. Heute gilt die Disziplin als ‚Frauenfach’.
In dem geplanten Projekt sollen die Formationen und Transformationen der deutschsprachigen Psychotherapie und klinischen Psychologie analysiert werden. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die Orientierung an naturwissenschaftlichen Ansätzen, auf Geschlechtervorstellungen sowie die Disziplinenbeziehung zwischen Medizin und Psychologie gelegt. Die historische Untersuchung ist auf vier Ebenen angesiedelt: Einer Wissenschaftsgeschichte, einer Wissensgeschichte, einer Professionengeschichte und einer Praxisgeschichte.

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Lübeck kämpft für seine Uni