Grundlagen der Evolutionstheorie: Historische und philosophische Perspektiven (SoSe 2019)

(Modul LS2800G - WP MLS)

Wahlpflichtseminar im Bereich "Fachübergreifende Kompetenzen", beliebiges Fachsemester, Bachelor und Master

Modulverantwortlicher: Prof. Dr. Staffan Müller-Wille

Thema

Die Evolutionstheorie gilt als wichtige Grundlage der Lebenswissenschaften, und hat auch auf die moderne Medizin einen nicht unerheblichen Einfluss gehabt. Aber welchen Beitrag leistet sie eigentlich in Hinsicht auf unser Verständnis von Lebensvorgängen? Molekularbiologen beschäftigen sich meist mit genetischen und metabolischen Mechanismen, für deren Verständnis es unerheblich zu sein scheint, woher sie kommen und wohin sie sich einmal entwickeln. Mit Blick auf den Menschen scheinen Anwendungen der Evolutionstheorie außerdem moralisch problematisch zu sein; sozialdarwinistische und eugenische Argumentationsmuster, wie sie in der Vergangenheit nicht unüblich waren, werden heutzutage aus ethischen Gründen zumeist abgelehnt.

In diesem Modul wollen wir uns mit zentralen Begriffen und Annahmen der Evolutionsbiologie befassen. Dabei wollen wir Originaltexte Darwins und späterer Biologen und Genetiker lesen, um uns zunächst ein differenziertes Verständnis der Evolutionstheorie zu erarbeiten. In einem zweiten Teil soll es dann um die Anwendung der Evolutionstheorie in Feldern wie Züchtungsforschung oder Epidemologie gehen, wobei wir uns auch mit der Geschichte der Eugenik befassen. In einem dritten und letzten Teil wollen wir dann erkunden, welche philosophischen Folgerungen sich aus einem darwinistischen Weltbild ergeben. Wissenschaft wird oft als Suche nach Naturgesetzen beschrieben. Aber gibt es solche überhaupt in einer Welt, in der sich alles ändert? Was bedeutet es aus darwinistischer perspektive, „gesund“ oder „normal“ zu sein? Und lassen sich biologische Prozesse mit Sicherheit voraussagen, wenn Leben in ständiger Anpassung an veränderte Umstände besteht?


Anforderungen

  1. Aktive Teilnahme an den Präsensveranstaltungen (Block)
  2. Rechtzeitige Bearbeitung der Lektüreaufgaben (über das Semester verteilt)
  3. Anfertigung eines Essays zum Thema "Big Data in den Lebenswissenschaften"



Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an alle Studierende, die sich kritisch mit den Methoden datenintensiver Forschung auseinandersetzen wollen. In vielen Studiengängen kann die Veranstaltung als Wahlpflichtseminar im Bereich "Fachübergreifende Kompetenzen" angerechnet werden. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Dozenten oder an Ihre Studiengangskoordination.


Termine

  1. Eigenständiges Arbeiten: 08.4.-19.07.2019
  2. Präsenzveranstaltung: 08.04.-19.07.2018, vierzehntägig je 13:15 bis 17:15 Uhr im IMGWF (Königstr. 42)
  3. Projektvorbereitung oder Schreibtraining: Nach Absprache



Anmeldung


Bitte melden Sie sich bis zum 31.01.2018 für das Seminar an: muellerwille(at)imgwf.uni-luebeck.de

IMGWF Universität zu Lübeck - Königstrasse 42 - 23552 Lübeck - Fon +49 (0)451 707 998-12 - Fax +49 (0)451 707 998-99 - info@imgwf.uni-luebeck.de

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