Dissertationsprojekt: Die Entzündungsforschung des 19. Jahrhunderts anhand der Laborprotokolle des Ophthalmologen Theodor Leber

Dorina Stahl

Ende des 19. Jahrhunderts haben sich die klassischen Naturwissenschaften, wie Physik und Chemie, bereits in der Medizin verankert. Eine Krankheit wurde nicht nur durch ihren klinischen Ausdruck, der sich zeigenden Symptomatik, behandelt, sondern das Bestreben ging dahin, die Ätiologie zu erklären. Dies wurde vor allem im Labor durch Experimentieren an Tieren geleistet. So begann man, vor allem die physiologischen Vorgänge zu erklären. Wie funktioniert das Sehen, was geschieht bei der Muskelarbeit? Damit einher ging die Pathologie. Was hat sich verändert und wie kam es dazu? Der entscheidendste Beitrag war die Erfindung des Mikroskops, das eine neue Welt eröffnete und Naturphänomene greifbarer machte. Nicht nur der technische Fortschritt, sondern auch die neuen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse veränderten den Blick auf die Welt und beeinflussten die Experimentierweise. Die revolutionäre Entdeckung, dass Bakterien ursächlich für ein pathologisches Geschehen waren, hatte einen ebenso großen Effekt auf die Arbeitsweise des Forschers in seinem Labor.Theodor Leber befindet sich genau in diesem Spannungsfeld der naturwissenschaftlichen Forschung. Es ist obligatorisch, dass Theorien im Labor untersucht werden. Viele Wissenschaftler veröffentlichen ihre Erkenntnisse und es ist ein großes enges Netz in der Wissenschaftsgemeinde innerhalb der Medizin. Es herrscht ein reger Austausch auf Konferenzen, in Zeitschriften und Gesellschaften werden als Kommunikationsforum gegründet. Viele Themengebiete sind mehrfach von verschiedenen Seiten beleuchtet. Seine Forschung spiegelt die Systematik der Wissenschaft wider. Wie unter den Wissenschaftlern ein enges Netz gespannt worden ist, so knüpft auch er ein straffes Netz in seinem Labor. Von 1879 bis 1891 arbeitet er an Versuchen auf dem Gebiet der Entzündung, um abschließend sein Werk „Die Entstehung der Entzuendung und die Wirkung der entzuendungserregenden Schaedlichkeiten nach vorzugsweise an Auge angestellten Untersuchungen“ zu publizieren. Ich verfolge in meinem Dissertationsprojekt den Faden, den Leber in seinen Laborprotokollen gelegt hat. Seine Forschung konzentriert sich auf die Details, der schon gut beschriebenen Theorien zur Entzündung. Das Labor als Werkstatt zur Produktion von Wissen verlagert er an den Schreibtisch und schafft durch eine detaillierte Dokumentation, durch reflektiertes Überarbeiten, Sortieren und Gruppieren seine Argumentation.

Lebenslauf:
2006 Abitur in Güterslohseit
2006 Medizinstudium an der Universität zu Lübeck

Betreuung: Prof. Cornelius Borck 

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Lübeck kämpft für seine Uni