Wahlfächer im Sommersemester 2017

Weltanschauung

Interdisziplinäres, hochschulübergreifendes Begleitseminar zur Ringvorlesung „Weltanschauung“ in Kooperation mit Dozierenden und Studierenden der Musikhochschule Lübeck

Dozentinnen:
Prof. Dr. Gaja von Sychowski (Erziehungswissenschaften, Musikhochschule Lübeck)
Dr. Birgit Stammberger (Kulturwissenschaften, Universität zu Lübeck)

Das Wissen wächst. Rasant ergründet die Forschung immer mehr Aspekte unseres Lebens und unserer Welt. Und jede neue Erkenntnis einer Fachdisziplin zieht neue Fragen nach sich. Die Universität zu Lübeck, die Fachhochschule, die Musikhochschule Lübeck und das St. Petri Kuratorium starten im Sommersemester 2017 ein so noch nie dagewesenes Wissens- und Bildungsexperiment: eine interakademische Ringvorlesung, in der Lübecker Natur- und Kulturwissenschaftler, Mediziner und Ingenieure nach den Zusammenhängen unseres Wissens fragen – nach Bedeutung, Sinn und Orientierung, eben: nach der „Weltanschauung“.

Das Begleitseminar zur Ringvorlesung möchte die in den Vorträgen vorgestellten Perspektiven und Themenbereiche diskutieren und gemeinsam vertiefen. So setzt das Seminar einen wesentlichen Aspekt der als Bildungsexperiment verstandenen Ringvorlesung fort: Im Dialog zwischen Medizinstudierenden und Studierenden der Musikhochschule Lübeck sollen die unterschiedlichen Perspektiven und Selbstverständnisse von Wissen neue Formen der Begegnung ermöglichen und in spannungsreichen und produktiven Gesprächen Möglichkeiten zur Reflexion geschaffen werden. Voraussetzung für die Teilnahme diesem so erstmals durchgeführten Seminar ist die Bereitschaft sich mit dem Wissen der eigenen Disziplin in Auseinandersetzung mit anderem, nicht facheigenen Wissen zu beschäftigen sowie die Bereitschaft zur Diskussion und Lektüre von philosophischen, prosaischen und lyrischen Texten. Die Teilnahme an den Vorträgen der Ringvorlesung ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Seminar-/Vorlesungstermine

Jeweils Donnerstag, 19:00 Uhr (Ausnahme: Di, 23.5.2017)

13. April Begleitseminar: Vorbesprechung (MHL)
20.April Ringvorlesung „Forschen und Dichten“
27. April Begleitseminar (MHL)
4. Mai Ringvorlesung „Hören und Verstehen“ (St. Petri)
11. Mai Begleitseminar (MHL)
18. Mai Ringvorlesung „Denken und Digitalisieren“ (St. Petri)
23. Mai Begleitseminar (MHL) (Achtung: wegen des Feiertages findet das Seminar in dieser Woche ausnahmsweise am Dienstagabend statt)
1. Juni Ringvorlesung „Sparen und Zahlen“ (St. Petri)
8. Juni Begleitseminar (MHL)
15. Juni Ringvorlesung „Leiden und Sterben“ (St. Petri)
22. Juni Begleitseminar (MHL)
29. Juni Ringvorlesung „Senden und Empfangen“ (St. Petri)
6. Juli Begleitseminar (MHL)
13. Juli Ringvorlesung „Erkennen und Entscheiden“ + Abschlussparty (St. Petri)


Weitere Informationen zu den Vorträgen der Ringvorlesung „Weltanschauung“ finden Sie hier.

 

Medizin im Film: "Gendertrouble. Geschlechterinszenierungen und Transgender im Film"

Dozenten: Christoph Rehmann-Sutter, Birgit Stammberger, Burghard Weiss
Zeit und Ort: Montags, 18:30-21:30 Uhr, 14 tägig im Hörsaal des IMGWF

Dass es Männer und Frauen gibt und jeder Mensch entweder das eine oder das andere Geschlecht hat, dass Geschlecht zweifelsfrei anhand der Genitalien (oder anhand der Chromosomen) festzustellen und deshalb eine ebenso eindeutig biologische Tatsache ist, gehört zu den Selbstverständlichkeiten unseres Alltagswissens. Kinderspielzeuge, Konsumartikel, Kleidung, Werbung, ja sogar unsere Sprache, aber auch juridische Wissensordnungen, wie das Personenstandsgesetz, tragen die Signatur eines Geschlechterdualismus und sind die Basisregeln für diese „Alltagstheorie der Zweigeschlechtlichkeit“ (Hagemann-White). Die Medizin wurde lange Zeit ebenso selbstverständlich in Dienst genommen, um in Zweifelsfällen (in Fällen von Intersexualität) Eindeutigkeit zu schaffen. Sie alle bestätigen die Vorstellung von den zwei Geschlechtern immer wieder neu.

Doch ein Blick in die Geschichte des Wissens oder auch in andere Kulturen zeigt, dass die Auffassung von den zwei Geschlechtern auf historisch gewachsenen Überzeugungen und westlichen Vorstellungen beruht und keinesfalls so selbstverständlich ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Seit einiger Zeit widmet sich auch das Kino der Thematik von Transgender und Queer. Das Kino wird damit zu einem Ort der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen und Rollenerwartungen sowie mit den bis heute zumeist tabubehafteten Aspekten menschlicher Sexualität.

Das Seminar Gendertrouble widmet sich an Hand von ausgewählten Spielfilmen der Thematik eines Lebens im ‚falschen’ Körper. Dabei soll die Frage nach sexueller Identität in ihrer biologischen, psychologischen und sozialen Vielfalt diskutiert und in ihrer politisch-kulturellen Dimension nachgegangen werden. Transgender-Problematiken im Film sind dabei nicht nur Geschichten über sexuelle Andersheit, sondern sie verlangen unser eigenes Alltagswissen nach seinen ihnen zugrunde liegenden Selbstverständlichkeiten und Überzeugungen in Frage zu stellen. Letztlich ist damit auch ein ethisches Postulat verbunden, nämlich die Vielfalt und Pluralität menschlicher Identität anzuerkennen.


Termine:

24.04. 2017: Einführung I: Wozu Gender?
Film 1 XXY
Spielfilm, Argentinien 2007, Regie: Lucía Puenzo, 87 min.

15.05. 2017: Einführung II: Filmanalyse
Film 2 Alles über meine Mutter
Spielfilm, Spanien 1999, Regie: Almodóvar, Pedro, 97 min

29.05. 2017
Film 3 Tangerine L.A.
Spielfilm, USA 2015, Regie: Sean Baker, 88 min

12.06. 2017
Film 4 Danish Girl
Spielfilm, USA, GB, D 2015, Regie: Tom Hooper, 120 min.

26.06. 2017
Film 5 Beautiful Boxer
Spielfilm, Thailand: 2003, Regie: Ekachai Uekrongtham, 118 min.

17.07. 2017
Film 6 DAS VERORDNETE GESCHLECHT
Dokumentation, Deutschland: 2001, 62 min.

Um Voranmeldung wird gebeten unter: sekretariat(at)imgwf.uni-luebeck.de

Wahlfächer im Wintersemester 2016/17

Medizin im Film: "Die Hydra der Lust oder die Sklaven der Sucht. Abhängigkeit und Suchterkrankungen im Film"

Dozenten: Christoph Rehmann-Sutter, Birgit Stammberger, Burghard Weiss
Zeit und Ort: Montags, 18:30-21:30 Uhr, 14 tägig im Hörsaal des IMGWF

Sucht ist ein Zustand, den jeder schon einmal erlebt hat: Wir sind süchtig nach Gummibärchen oder Schokolade, nach dem geliebten Menschen oder nach Erfolg und Anerkennung. Wegen seiner vieldeutigen Verwendung von der Sehnsucht bis zur Alkoholsucht hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits Anfang der 1960er-Jahre den Begriff der Sucht durch den der Abhängigkeit ersetzt. Abhängigkeit beschreibt Formen der substanzgebundenen Sucht. Wer abhängig ist, strebt nach einem Zustand, für dessen Erreichung oftmals Dinge unternommen werden, die rational nicht zu erfassen sind, mit dem das eigene Leben gefährdet wird oder der einen von Gesellschaften unerlaubten Gebrauch von Substanzen darstellt. Die Betroffenen wissen oftmals von den selbstschädigenden Wirkungen, kommen jedoch von dem Verlangen nicht los. Etymologisch leitet sich Sucht aus dem Wort Siechen ab und umfasste bis weit ins 20. Jahrhundert hinein das Leiden an einer Krankheit im Allgemeinen. Im Sprachgebrauch und in den Medien wird der Ausdruck Sucht auch weiterhin verwendet. Welche Unterschiede kommen mit den Begriffen Sucht und Abhängigkeit ins Spiel und wie lassen sie sich voneinander abgrenzen? Ist ein Schmerzpatient, der auf die Einnahme von Morphium angewiesen ist, abhängig? Und welche historischen, aber auch gesellschaftlichen Entwicklungen lassen sich aus der Betrachtung von Sucht und Abhängigkeit ableiten?
In diesem Semester werden wir uns mit verschiedenen Formen der Abhängigkeit und deren Thematisierung in Spiel- und Dokumentarfilmen beschäftigen. In den unterschiedlichen Medienformaten werden Abhängigkeiten und Suchtverhalten mal dokumentarisch begleitet, mal filmisch inszeniert, komödiantisch überhöht oder politisch instrumentalisiert, immer werden aber darin kulturelle und individuelle Problematiken verhandelt. Anhand filmischer Figuren des Drogenkonsums, der Sexsucht oder der Alkoholabhängigkeit wird zu diskutieren sein, ob und wie die Beschäftigung mit medizinischen Phänomenen der Sucht zugleich auch zu einem Verständnis von Gegenwartkulturen beitragen könnte. 

HIER geht es zu dem Flimblog!

Termine:

24. Oktober 2016
Einführung: Was heißt es, sich mit Filmen zu beschäftigen?

7. November 2016
Film 1: Der Mann mit dem goldenen Arm, Regie: Otto Preminger, USA 1955, 119 min

21. November 2016
Film 2: Lost Weekend, Regie: Billy Wilder, USA 1945, 96 min

5. Dezember 2016
Film 3: Thank you for smoking, Regie: Jason Reitmann, USA 2005, 92 min

19. Dezember 2016
Film 4: Seht mich verschwinden. Die Geschichte der Isabelle Caro, Regie: Kiki Allgeier, D 2015, 85 min

23. Januar 2017
Film 5: Trainspotting, Regie: Danny Boyle, UK 1996, 94 min

6. Februar 2017
Film 6: Fellinis Casanova, Regie: Federico Fellini, IT 1976, 148 min


Um Voranmeldung wird gebeten unter: sekretariat(at)imgwf.uni-luebeck.de

IMGWF Universität zu Lübeck - Königstrasse 42 - 23552 Lübeck - Fon +49 (0)451 707 998-12 - Fax +49 (0)451 707 998-99 - info@imgwf.uni-luebeck.de

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Lübeck kämpft für seine Uni