Zeitgeschichte der Medizin und Technik

Die Zeitgeschichte der Medizin in der frühen Bundesrepublik und der DDR ist bislang noch kaum aufgearbeitet. Umgekehrt stellen die Jahre des Nationalsozialismus eine der gerade auch medizinhistorisch sehr intensiv erforschten Perioden dar. Nun ist es an der Zeit, der Frage nachzugehen, ob bzw. inwiefern das Jahr 1945 eine Zäsur markiert und wie sich die Medizin in den beiden deutschen Staaten danach entwickelt hat.

Welche gesellschaftlichen Konstellationen und kulturellen Kontexte prägten medizinisches Wissen und Handeln in der Nachkriegszeit? Und wie wirkten umgekehrt medizinische Erkenntnisse und Deutungsangebote auf die soziale und kulturelle Entwicklung der frühen Bundesrepublik bzw. der DDR? Welche Rolle spielten Demokratisierung und Westintegration von Wissenschaft und Politik für die universitäre Medizin in der Bundesrepublik bzw. die Anbindung an die Sowjetunion in der DDR? Welche experimentell-naturwissenschaftlichen bzw. klinisch-therapeutischen Kulturen entwickelten sich in der Medizin und welchen Einfluss hatten berühmte Ärztepersönlichkeiten auf die Ausdifferenzierung klinischer Kulturen? Welche Rolle spielten demgegenüber zeittypische Themen wie Kybernetik oder Stress in der medizinischen Forschung?

Bereits diese Übersicht legt den Schluss nahe, dass eine Kulturgeschichte der 50er und 60er Jahre nicht nur unvollständig, sondern schlicht fragmentarisch bleibt, solange sie nicht die Zeitgeschichte der Medizin integriert. Im Zentrum sollen dabei zunächst vor allem die medizinanthropologisch ausgerichteten Schulen der internistischen und neuropsychiatrischen Fächer stehen. 

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Lübeck kämpft für seine Uni